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Forschungspreis der Stadt Müncheberg verliehen

Dr. R. Bloch und BM Dr. U. Barkusky (Foto: D. Barkusky)

Gestern wurde im Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung Müncheberg (ZALF) e.V. zum 12. Mal der Forschungspreis der Stadt Müncheberg verliehen. Er ging an Herrn Dr. Ralf Bloch. Die zahlreichen Gäste der Veranstaltung freuten sich mit ihm sehr. Mit seinem Vortrag stellte er unter Beweis, dass er ein hervorragender Wissenschafter ist. In seinen Ausführungen ging es um Strategien zur  Anpassung des ökologischen Landbaus an den Klimawandel ganz besonders auf den wenig fruchtbaren Böden Brandenburgs. Ökologisch wirtschaftende Agrarunternehmen haben wir in Müncheberg mittlerweile in Eggersdorf, Jahnsfelde, Bienenwerder, Obersdorf, Trebnitz und Dahmsdorf. Vielleicht ergeben sich für unsere Ökolandwirte in Zukunft mehr Möglichkeiten einer engen Zusammenarbeit mit den Wissenschaftlern unseres ZALF. Ich würde mich darüber freuen. Die Fortsetzung der wissenschaftlichen Arbeiten von Herrn Bloch und seinen Kollegen bieten dafür gute Ansätze. Es wäre schön, würde sich Müncheberg zu einem Hotspot von Wissenschaft und Praxis auf dem Gebiet des ökologischen Landbaus in der Bundesrepublik und darüber hinaus entwickeln. Gute Voraussetzungen dafür sind gegeben.

Dorfbibliothek in Trebnitz eröffnet

Eröffnungsfeier (Foto: D. Barkusky)

In unserem Ortsteil Trebnitz hat eine Dorfbibliothek eröffnet. Ich freue mich sehr, dass der gemeinnützige Verein des Archivs für Heilpädagogik mit den Trebnitzern die Initiative hierfür ergriffen haben. Ein Dank den Initiatoren. Die Bibliothek der etwas anderen Art befindet sich auf dem Gelände des Schlosses im Keller des Vereinsgebäudes, Platz der Jugend 4. Nach Eröffnung des Dorfkonsums bringt die Bibliothek wieder ein Stück mehr Lebensqualität ins Dorf. Die Bücherei verfügt über Belletristik und Sachbücher, neue wie alte Bücher. Ein Besuch lohn sich. Die Nutzung der Bücherei ist kostenlos. Alle Buchtitel können auch gegen eine Spende für den Förderverein erworben werden. Die Bücherei ist Mittwoch und Donnerstag von 12 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung geöffnet. Viel Spaß beim Stöbern und Lesen. Kontaktaufnahme über Telefon 033477 548940 oder Mail-Adresse: info@archiv-heilpaedagogik.de

Erste Clubnacht und Angebote in den Herbstferien

Vergangenen Freitag besuchte ich den Müncheberger Jugendtreff - ich versprach, gelegentlich mal vorbei zu kommen. Unsere Jugendlichen haben es sich gemütlich eingerichtet, das ist gleich zu sehen und ich finde das sehr gut. Eine Couch wurde wenige Tage nach der Eröffnung aus Rehfelde organisiert, eine zweite kam später hinzu. Mängel an den Sitzgelegenheiten wurden in Eigeninitiative  behoben. Doch wer glaubt, unsere Jugendlichen wolle nur „abhängen“, was ja auch mal sein muss, der irrt. Bereits am Tag der Eröffnung wurde deutlich, dass sich der Clubrat Gedanken darüber macht, welche Projekte angegangen werden sollen. Die Märkische Oderzeitung berichtete gestern über die aktuell geplanten Aktivitäten. Am 21. Oktober wird ab 18.00 Uhr die erste Clubnacht stattfinden. An diesem Abend wird das Jugenddomizil auch einen neuen Namen erhalten. In den Herbstferien vom 24. bis 26. Oktober soll jeweils von 10 bis 17 Uhr ein Airbrush- und Malwerkshop stattfinden. Geplant sind des Weiteren das Drehen von Kurzfilmen mit Smartphone, Schneidern und Kochen. Ansprechpartnerin ist Inga Brandt, Tel. 0172 7931148. Sie ist Mitarbeiterin des SPI, Trägers der Jugendarbeit in Müncheberg. Wenn Ihr euch zu Veranstaltungen anmelden wollt oder euch einfach informieren möchtet, dann meldet euch bei ihr.

 

Danke für die Untertstützung und das Vertrauen

Liebe Müncheberger, liebe Freunde,

ich gestehe, mit einem so klaren Ergebnis gleich im ersten Wahlgang hatte ich nicht gerechnet. Das musste erst mal sacken. Umso mehr bedanke mich bei allen sehr herzlich, die mir ihre Stimme gaben und jenen, die mich unterstützten, auch wenn sie mich nicht wählen durften. Ich danke besonders meiner Familie und Freunden, die mich im unmittelbaren Wahlkampf sehr unterstützten. Viele Glückwünsche erhielt ich von Münchebergern, Freunden und Amtskollegen, vielen Dank.

Ich freue mich sehr, weiterhin Bürgermeisterin unserer Stadt sein zu dürfen. Mir ist voll bewusst, dass mit der Wiederwahl große Erwartungen an mich verbunden sind und mir das Vertrauen gegeben wurde, gemeinsam mit den Stadtverordneten und der Stadtverwaltung unser Müncheberg für die Zukunft fit zu machen. Ich bitte Sie, mich weiter  offen, kritisch und ehrlich zu begleiten, um wichtige Themen in unserer Stadt aufzugreifen, Probleme zu lösen und uns gemeinsam über Erfolge zu freuen. Das Endergebnis der Bürgermeisterwahl finden Sie hier

 

Wahlveranstaltung mit aufgeschossener Diskussion

Foto: D. Barkusky

Etwa 15 Gäste folgten am 12. September meiner Einladung über Facebook und meine WEB-Seite. Er war eine Wahlveranstaltung, die sich zu einer interessanten Diskussion zum Stadthaushalt, zur innerstädtischen Entwicklung, über einen Mietzinsspiegel in Müncheberg und zur notwendigen Verkehrsberuhigung in der Stadt entwickelte. Diskutiert wurde im Weiteren über die Chancen der Vermarktung regionaler Produkte; der erstmals durchgeführte Regionalmarkt in diesem Jahr, den die Fraktion Aktion Zukunft erstmals organisierte,  wurde als ein positives Signal gewertet. Mehr Polizeikontrollen wurden angemahnt, um die widerrechtliche Durchfahrt von großen LKW durch die Altstadt zu unterbinden. Es ging auch um die notwendige Verbesserung der  Verkehrsanbindung unserer Stadt v.a. nach Berlin und die Entwicklung des Rufbussystems in Müncheberg zur Verbesserung des Nahverkehrsangebotes vor allem für die kleineren Ortsteile unserer Stadt. Der Landesentwicklungsplan kam zur Sprache. Dieser steht erneut zur öffentlichen Diskussion. Ich setze mich dafür ein, dass Müncheberg wieder Grundzentrum mit Mittelbereichsfunktion wird, was es bis Ende 2008 war. Unterstützung erhalte ich von der Regionalplanung Oderland-Spree und vom Städte- und Gemeindebund. Die Chancen auf Förderungen zur Stadtentwicklung besonders zur Verbesserung der Daseinsvorsorge würden sich verbessern.
Die Diskussion machte deutlich, dass der Bund und das Land wesentlichen Einfluss auf die Kommunalpolitik haben - der Bund vor allem in Bezug auf die Finanzausstattung, das Land setzt darüber hinaus den politischen Rahmen mit der Kommunalverfassung. Und auch der Landkreis als kommunale Körperschaft nimmt Einfluss unser alltägliches Leben.
Es war eine aufgeschlossene, konstruktive Diskussion und ich danke allen Teilnehmern für ihr aktives Mitwirken.

 

Gemeinsames Forum der Bürgermeisterkandidaten

Foto: D. Barkusky

Etwa 25 interessierte Einwohner folgten am 31. August der Einladung der Ortsvorsteherin Ilse Kohn, um den Einwohnern ihres Ortsteils die Gelegenheit zu geben, Fragen an Ralf Jaitner (SPD), Eduard Johann (CDU) und mich, die amtierende Bürgermeisterin, zu richten. Schließlich möchten sie wissen, wer zur Wahl steht. Es war ein interessanter Abend. Fragen nach den Schwerpunkten der Kandidaten im Falle ihrer Wahl, zum weiteren Ausbau des Radwegenetzes, zur Entwicklung des Tourismus in Müncheberg und speziell in Hoppegarten sowie zur Förderung der Wirtschaft wurden gestellt. Probleme mit illegalen Anglern am Maxsee und der mögliche Bau von Windkraftanlagen nahe Hoppegarten in der Mittleren Heide wurden angesprochen und kritisch hinterfragt. Die Antworten der Kandidaten waren nach meinem Empfinden differenziert, ja zum Teil kontrovers, aber dennoch sachlich. Ich weiß nicht, wie zufrieden die Versammlungsteilnehmer waren, ich war es. Und eines war aus den interessierten Fragen zu vernehmen: Die Leute erwarten Sachverstand, Kreativität, Engagement, aber auch Realitätssinn und möchten unmissverständliche Antworten. Meine Erfahrungen nicht erst als Bürgermeisterin bestätigen sich immer wieder: Miteinander reden hilft zu verstehen, auch wenn man nicht der gleichen Meinung ist. Und einander zu verstehen ist der erste Schritt zur Problemlösung. In diesem Sinne

Müncheberg hat einen neuen Jugendclub

Fotos: D. Barkusky

Müncheberg hat einen neuen Jugendclub! Es war mir eine riesige Freude, das Gebäude an der Karl-Marx-Straße letzten Freitag zu eröffnen. Möglich wurde dies durch die unermüdliche Arbeit der Jugendlichen, die im April zu mir kamen, weil sie sich eine Anlaufstelle wünschten, um gemeinsam ihre Freizeit verbringen zu können. Früher befand sich in dem Haus die Begegnungsstätte des Heimattiergartens. Es bot sich an, das Gebäude zu einem Jugendclub zu machen. Hierfür waren umfangreiche Aktivitäten notwendig, die von den Jugendlichen erledigt wurden: einen Clubrat bilden, das Konzept erstellen und Projekte entwickeln, die dem Bildungsausschuss der Stadtverordnetenversammlung vorzustellen waren. Ohne die zahlreichen Aktionen der Jugendlichen selbst hätte der Jugendclub nicht eröffnen können.

Am Freitag war es dann endlich soweit. Im Beisein von etwa 50 Leuten, darunter Karen Bida, die Schulsozialarbeiterin, Herr Fiedler, Mitarbeiter des Trägers der Jugendarbeit in Müncheberg, und Thomas Reichelt, der städtische Verantwortliche für Jugendarbeit, durfte ich den Jugendclub in einer kleinen Feier eröffnen. Als Geschenk überreichte ich die gewünschte erste Küchenausstattung. Auch Stadtverordnete aller Fraktionen und viele Gäste waren dabei. Es war eine festliche Stimmung, die Freude unter den Jugendlichen war deutlich zu spüren. In Zukunft wollen die jungen Leute den Ort für Begegnungen und Projekte, aber auch für Musik- und Filmveranstaltungen nutzen. Eine tolle Idee, wie ich finde - und ich bin stolz, dass ich dies als Bürgermeisterin mit auf den Weg bringen konnte.

Eröffnung des Jugendtreffs in Müncheberg am 2. September

Foto: D. Barkusky

Jugendliche unserer Stadt baten mich vor einigen Wochen um ein Gespräch mit dem Anliegen, die Einrichtung eines Jugendtreffs zu unterstützen. Das tat ich sehr gern. Es folgte eine Versammlung, zu der die Jugendlichen mich einluden. Etwa 35 interessierten Schüler und Absolventen der Oberschule Müncheberg kamen zusammen, um zu beraten, was machbar ist. Es war eine gelungene Veranstaltung mit sehr interessierten, aufgeschlossenen jungen Menschen und konkreten Ergebnissen. Ich regte an, die ehemalige Begegnungsstätte des Heimattiergartens in der Karl-Marx-Straße für den Jugendtreff zu nutzen, und motivierte die Jugendlichen, Eigeninitiative zu ergreifen und Verantwortung zu übernehmen, um das Projekt erfolgreich umgesetzen zu können. Ein Konzept sei zu entwickeln, Verantwortlichkeiten sind festzugelegen und ein Zeitplan zu erstellen. Die Absicht, den Jugendtreff bereits im September zu eröffnen, war ein sehr anspruchsvolles Ziel, jedoch realistisch, wenn die „Hausaufgaben“ erledigt würden. Ich sagte ihnen jede Unterstützung zu.

Ein Clubrat wurde daraufhin gegründet. In kurzer Zeit entwickelten die Jugendlichen ihr Konzept, das sie dem Bildungsausschuss der Stadtverordnetenversammlung vorstellten. Die Ausschussmitglieder unterstützen das Vorhaben, wie Ausschussvorsitzender Frank Hahnel (Linke) auf der letzten Stadtverordnetenversammlung berichtete. Die Stiftung SPI wird als Träger der Jugendsozialarbeit den Jugendtreff begleiten, wurde berichtet.

Mein besonderer Dank gilt Sozialarbeiterin Karin Bida, die sich über Jahre als  Vertrauensperson in der Schule und darüber hinaus für unsere Jugendlichen einsetzt, so auch in Bezug auf die Einrichtung des Jugendtreffs.

In der Anlaufphase von September bis Ende dieses Jahres wird der Jugendtreff Donnerstag von 16 bis 20 Uhr, Freitag von 17 bis 21 Uhr und Samstag von 16 bis 22 Uhr geöffnet sein. Ich bin der vollen Überzeugung, dass unsere Jugendlichen ihre Chance nutzen werden. Es ist sehr erfreulich, wie sie verantwortungsvoll und konzentriert gearbeitet haben, so dass nun am 2. September die feierliche Eröffnung stattfinden kann. Sie sind alle herzlich eingeladen. Ich freue mich sehr.

 

Innenstadtbelebung in Müncheberg bleibt eine Herausforderung

Foto: D. Barkusky

Die Frage nach der Belebung der Innenstadt beschäftigt uns alle und sie ist berechtigt. Seit meinem Antritt als Bürgermeisterin bin ich mit diesem Thema befasst. Die Innenstadt lebt vor allem vom Einzelhandel, von Gaststätten und  Cafés. Uns muss klar sein, dass die Inhaber eines solchen Gewerbes von ihren Einkünften leben müssen. Das ist nicht einfach. Ich schätze die Situation und Aussichten wie folgt ein.

Ich hatte in der letzten Legislaturperiode  von 2009 bis 2014 die AG Innenstadtbelebung ins Leben gerufen, die neben einer Umfrage und deren Auswertung in der SVV auch ein Leitbildentwurf und Maßnahmenkatalog entwickelte, die die SVV nicht weiter verfolgen wollte, weil ein Stadtentwicklungskonzept von 2005 vorliegt. Als 2014, am Ende der letzten Legislatur,  Herr Buchholz um die Materialien bat, weil sich die CDU der Innenstadtbelebung annehmen wollte, übergab ich die gesamten Unterlagen/Ergebnisse unserer Diskussionen allen  fünf  Fraktionen der gegenwärtigen Stadtverordnetenversammlung.
Aktuell sind alle kommunalen Flächen vermietet. Die freien Geschäftsflächen gehören Privatgesellschaften.

Es gaben in der letzten Legislaturperiode zwei konkrete Bauanfragen für neue Discounter, natürlich außerhalb des Stadtzentrums – für einen REWE-Markt in der Karl-Marx-Straße und einen neben dem roten Netto in der Eberswalder Straße. Die oder eine einzige Gegenstimme in der SVV war meine. Nur gut, dass es bei der Bauvoranfrage für den REWE-Markt blieb.

Mit dem Weggang vom NETTO-Markt aus der Innenstadt an die Peripherie des Stadtzentrums hatten wir im Stadtzentrum kein Magnet mehr, gingen auch die Bäckerei, der Schuhladen und zum Schluss das Schreib- und Spielwarengeschäft weg. Die zuletzt genannten Läden hatten eine wunderbare Angebotsbreite und einen sehr guten Service. Dennoch hatten sie einfach keine ausreichende Kundschaft mehr. Ich war bemüht, wieder ein Magnet in das Stadtzentrum zu holen und hatte mit diesem Ziel ein Gespräch mit den zwei Geschäftsführern von EDEKA in Freienbrink, da die EDEKA-Gruppe die einzige mir bekannte ist, die nach unterschiedlichsten Raumbedingungen und Konzepten gestaffelte Märkte anbietet - von E-Kauf bis Marktkauf gibt es insgesamt 4 Abstufungen von Verkaufsflächengrößen. Mein Vorschlag war, im Stadtzentrum einen auf Single und Senioren konzentrierten Markt zu eröffnen, in dem neben den sonst üblichen vor allem kleine Abpackungen angeboten werden. Einen Franchisenehmer hatte ich bereits, aber EDEKA folgte der Idee nicht, es hieß, die Strategie würde zukünftig auf Großmärkte ausgerichtet sein.

Der Drogeriemarkt Rossmann ist, wie zu erfahren war, nur an Mittelbereichszentren interessiert. Sie haben in Seelow und Strausberg ihre Filialen und anhand der Abfrage der Postleizahlen ist erkennbar, dass die Müncheberger ein reisewilliges Einkaufvölkchen sei. An den ehemaligen Nettomarkt ist das Unternehmen demnach nicht interessiert. Die Antwort war eindeutig.

Die bekannten Filialisten haben heutzutage neue Anforderungen an Immobilien und Standorte. Wichtige Kriterien sind das Einzugsgebiet, die Verkaufsfläche und vor allem die Außendarstellung ihres Marktes. Der alte NETTO-Standort im Stadtzentrum erfüllt die diesbezüglichen Anforderungen nicht, schon gar nicht für sogenannte Ankermieter. Entscheidend für einen Vermietungserfolg und damit eine Belebung der Innenstadt ist vor allem aber die Bereitschaft der Immobilieneigentümer, nicht zu hohe Anforderungen z.B. an den Mietzins zu stellen.
Eine wichtige Aufgabe der Stadt bleibt dennoch, weiterhin ein intensives Standortmarketing zu betreiben.

Ich hatte 2012 Gespräche mit einer jungen, interessierten Kauffrau, in denen wir Ideen zur Eröffnung eines Geschäftes in der Innenstadt entwickelten. Sie hatte vor, 2013 einen Buchladen zu eröffnen. Wir suchten nach Möglichkeiten der Erweiterung des Angebotsspektrums,  die für Müncheberg sinnvoll erscheinen und die Erfolgsaussichten verbessern. Ich stellte im Weiteren den Kontakt zum STIC young company (Wirtschaftsförderung des Landkreises MOL) her. Die kreisliche Einrichtung  berät und begleitet junge Existenzgründer kostenlos, angefangen von der Geschäftsidee, über Rentabilitätsberechnungen bis hin zur Finanzierung und Fördermöglichkeiten. Im Ergebnis kam heraus, dass sich die Geschäftseröffnung nicht lohne – zu klein, geringe Kaufkraft und keine weiteren Angebote in der Stadt, die die Kunden anlocken.

2009 ging ich mit der Idee auf die umliegenden Ökohöfe zu, in Müncheberg einen Ökomarkt zu eröffnen, der über Kommission oder eine Kooperation nach dem Motto „Müncheberger produzieren für Müncheberg“ ihre Waren anbietet. Grund der Ablehnung der Ökobetriebe war, dass ihre Kapazitäten mit dem Berliner Markt erschöpft seien. Sicherlich ist es sinnvoll, die Idee noch einmal aufzugreifen.
Regionale Produkte werden heute in größerem Umfang durch das Geschäft Schönwald angeboten, was ich sehr begrüße.

Ich habe 2014 eine Veranstaltung zum Thema Innenstadtbelebung in Kleinstädten des ländlichen Raumes besucht.   Neben dem Hauptvortrag war vor allem das Gespräch mit dem Vorsitzenden des Berlin-Brandenburger Einzelhandelverbandes zum Thema Einzelhandel im ländlichen Raum sehr aufschlussreich. Ich fasse den wesentlichen Inhalt kurz zusammen:

In Bandenburg ist eine enorm hohe Kaufkraftwanderung nach Berlin und Polen zu verzeichnen, vor allem bei Gemeinden, die an Zubringerstraßen zu Grenzübergängen liegen, wie Müncheberg. Es werden auch viele Dienstleistungen in Polen angenommen.
Die Dominanz von großen Verkaufsflächen auf der grünen Wiese (80 % der Verkaufsfläche in Berlin-Brandenburg) lassen kleine Handelsstrukturen in den Städten nicht zu oder erschweren deren Existenzsicherheit enorm.
Es ist ein verändertes Kaufverhalten der Bevölkerung zu verzeichnen. Shoppingtouren zu Einkaufstempeln mit einer großen Auswahl an Geschäften und Restaurants sind wie ein Wochenendausflug. Oft hat dies negative Auswirkungen auf den lokalen Einzelhandel. Billiganbieter und Großmärkte machen es dem Einzelhändler zunehmend schwer, obwohl die „Geiz ist geil“-Preise nicht wirklich immer günstiger als beim Einzelhändler vor Ort sind, wie Verbraucherzentralen es in Statistiken nachweisen konnten. So hat nach meiner Meinung  auch Elektro Reich in Müncheberg trotz des sehr guten Angebotes und Services aufgeben müssen. Meine Familie kaufte dort gern ein. Aber auch dieser Markt schloss wegen der zu geringen Nachfrage und zu geringem Umsatz.
Die Sortimentsstrukturen in den Discountern (Aldi, Lidl, Netto usw.) haben sich  in den letzten 15 - 20 Jahren enorm geändert. Neben Lebensmitteln werden Dinge des täglichen Bedarfes in Größenordnungen zu Niedrigstpreisen angeboten. Das hat einen großen Einfluss auf andere Geschäfte des Einzelhandels. Der Vorsitzende des Einzelhandelverbandes nannte als konkretes Beispiel die Gärtnerangebote der Discounter mit beginnender Saison, die selbst Gartenmärkte und Baumärkte mit Gartenanteil veranlassen, ihren Mitarbeitern in dieser Zeit Freizeit anzuordnen oder Überstunden abzubummeln, weil kaum Kundschaft in die Gartenabteilungen kommt. Ähnlich ist es mit Schreibwaren vor Schulbeginn.
Der Internethandel wächst stark. Dies wird die Struktur und Entwicklung der Verkaufsflächen stark beeinflussen.
Nicht zu vergessen ist die Gruppe der Senioren, die über relativ viel Geld verfügt, deren Anteil aber durch die Zunahme von Altersarmut abnehmen wird. Gegenwärtig stellen sie aber noch die größte Gruppe der Kunden dar, die durch einen (oder mehrere) Verkaufssender im Fernseher Waren beziehen.
Es ist leider eine deutliche Zunahme des Leerstandes von Verkaufsflächen in sehr vielen Kleinstädten in der gesamten Bundesrepublik  zu verzeichnen. In den großen Einkaufstempeln nimmt aber auch ein häufiger der Wechsel der Geschäfte zu.
Hinzu kommt, dass die Logistik und der Handel auch durch deutsche Gesetzgebung erschwert werden.

Neugründungen leben von der Akzeptanz der Bevölkerung vor Ort – der Einzelhändler muss von dem Umsatz leben können. Seine Waren, Miete, Versicherungen, Steuern u.v.m. müssen gezahlt, Einkommen zur Existenzsicherung des Händlers und seiner Angestellten erwirtschaftet werden. Das ist nicht einfach. Es sind in erster Linie wir Bürgerinnen und Bürger, die durch unser Kaufverhalten die Existenz des  Einzelhandel, der Restaurants und Cafés in unserer Stadt mitbestimmen.
Neue Wege gegen den allgemeinen, hier beschriebenen Trend zeigen sich mit der Gründung von Dorfläden wie die in Hermersdorf und Trebnitz. Sie entstanden unter maßgeblicher Mitwirkung von Vereinen und der Einwohner vor Ort. Das begrüße ich sehr. Solche Initiativen werde ich im Rahmen meiner Möglichkeiten weiter unterstützen. Die dargestellten abgearbeiteten Fakten und geäußerten Gedanken zum Thema Innenstadtbelebung zeigen, dass ich weiter nach vorn denken und nach Wegen suchen werde.


Dr. Uta Barkusky, Bürgermeisterin Stadt Müncheberg